
Aus dem Munde der Frommen
Die allerselgiste Jungfrau und Gottesmutter Maria
Hochpreiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Jesus …
Der greise Simeon
Meine Augen haben gesehen Dein Heil …
Hl. Apostel Petrus
Wie neugeborene Kinder verlangt nach der geistigen, unverfälschten Milch (der christlichen Lehre und Eucharistie), damit ihr durch sie zum Heile heranwachset. Ihr habt ja verkostet, wie gut der Herr ist. Zu ihm tretet hinzu, dem lebendigen Eckstein…und lasset euch selbst als lebendige Steine aufbauen zu einem geistigen Tempel, zu einem heiligen Priestertum, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind. (1 Petr. 2, 2 ff.)
Hl. Apostel Paulus
Sooft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis Er wiederkommt (1 Kor. 11, 26).
Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn (Phil. 1, 21).
Die Liebe Christi drängt uns. Wir sagen uns nämlich: Einer ist für alle gestorben; somit sind alle gestorben. Er ist nämlich für alle gestorben, damit jene, die leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für Ihn, der für sie gestorben und auferstanden ist… Wenn einer in Christus ist, so ist er ein neues Geschöpf; das Alte ist vergangen; siehe, Neues ist geworden! (2 Kor. 5, 14 ff.)
Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? (Röm. 8, 35)
Gott sandte Seinen Sohn, damit wir an Kindes Statt angenommen würden. … Weil ihr nun Kinder seid, sandte Gott in eure Herzen den Geist seines Sohnes, der da ruft: Abba, Vater! (Gal. 4, 4 ff.)
Hl. Apostel Johannes
Allen, die Ihn aufnahmen, gab Er Macht Kinder Gottes zu werden. … Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen (Joh. 1, 12 ff.).
Gott gab uns ewiges Leben und dieses Leben ist in Seinem Sohne. Wer den Sohn hat, der hat das Leben (1 Joh. 5, 11 ff.)
Jesus Christus, dem getreuen Zeugen, dem Erstgeborenen der Toten, dem Herrscher über die Könige der Erde: Ihm, der uns lieb hat, der uns in Seinem Blute abgewaschen hat von unsern Sünden, der uns zu einem Königtume gemacht und zu Priestern für Gott Seinen Vater: Ihm Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Geh. Offb. 1, 5 f.).
Hl. Ignatius von Antiochien, Bischof und Martyrer († 107)
Schön ist es, von der Welt hinweg in Gott unterzugehen, um in Ihm neu aufzugehen.
Ich habe keine Freude an vergänglicher Speise noch an den Genüssen dieser Welt. Jenes Gottesbrot begehre ich, das das Fleisch Jesu Christi ist; und als Trank begehre ich sein Blut, welches unvergängliche Liebe ist. (Brief an die Römer)
Hl. Cyprian, Bischof und Martyrer († 258)
Wir sprechen: Unser [tägliches] Brot [gib uns heute], weil Christus unser Brot ist, da wir seinen Leib empfangen. Wir verlangen aber, daß dieses Brot uns täglich gegeben werde, damit wir, die wir in Christus sind und die Eucharistie täglich als Speise des Heiles empfangen, nicht durch irgend eine schwere Schuld, die von der Kommunion uns zurückhalten würde, von Christus getrennt werden. Wir bitten also täglich um unser Brot, das ist um Christus, damit wir in Ihm bleiben und leben und uns nicht von Seinem heiligen Leibe scheiden. (De or. Dom.)
Hl. Antonius der Große, Patriarch der Mönche († 356)
Wachet und verlieret nicht die Frucht eures abgetöteten Lebens; nein, als ob ihr eben erst damit begonnen hättet, seid darauf bedacht, in eurem Eifer zu beharren. Atmet allezeit Christum und glaubet Ihm. (Hl. Athanasius, Leben des Hl. Antonius)
Hl. Cyrill von Jerusalem, Bischof und Kirchenlehrer († 386)
Laßt uns dieses Sakrament jederzeit empfangen mit der vollen Überzeugung, daß es Christi Leib und Blut sei. Denn unter der Gestalt des Brotes wird dir der Leib gegeben und unter der Gestalt des Weines wird Dir das Blut dargeboten, damit du durch den Empfang des Leibes und Blutes Christi ein Leib und ein Blut mit Ihm werdest. So werden wir auch Christusträger, da Sein Leib und Sein Blut in unsere Glieder aufgenommen wird. (Mystag. Katech.)
Hl. Ambrosius, Bischof und Kirchenlehrer († 397)
In Christus besitzen wir alles. Jede Seele nahe sich Ihm…eine jede steht unter der Gewalt des Herrn. Christus ist unser alles. Willst Du eine Wunde heilen – Er ist der Arzt; wirst du von Fieber erhitzt – Er ist die Quelle; wirst du von Sündenschuld bedrückt – Er ist die Rechtfertigung; brauchst du Hilfe – Er ist die Kraft; fürchtest du den Tod – Er ist das Leben; verlangst du nach dem Himmel – Er ist der Weg; fliehest du die Finsternis – Er ist das Licht; suchest du Speise – Er ist die Nahrung. Darum kostet und seht, wie lieb der Herr ist. Selig der Mann, der auf Ihn vertraut! (De virginit.)
Empfange täglich, was dir täglich Nutzen bringt. Lebe so, daß du die Eucharistie täglich empfangen darfst. … Weil Jesus, der Herr, die Gottesnatur und einen menschlichen Leib zu eigen hat, so gewinnst auch du beim Empfang Seines Fleisches, mit jener Speise Anteil an Seiner Gottesnatur. (Ambr., De sacram.)
Hl. Chrystostomus, Bischof und Kirchenlehrer († 407)
Wie viele sagen heute: Ich möchte so gerne seine [Christi] Gestalt, Sein Aussehen, Sein Gewand betrachten! Siehe, du schaust Ihn; Ihn selbst berührst du; Ihn selbst issest du. Du wünschest Sein Gewand zu sehen – Er aber gewährt dir, nicht nur zu sehen; nein, du darfst essen, berühren, Ihn selbst in dich aufnehmen! (Homil. in Matth,)
Hl. Hieronymus, Kirchenlehrer († 420)
Ruhiger, reiner, schöner als alles sei jene Seele, die Gottes Wohnung werden soll. Ihn erfreuen ja nicht so sehr Tempel, die von Gold widerstrahlen, und Altäre, die mit Edelsteinen verziert sind, als vielmehr eine Seele, die mit Tugenden geschmückt ist.
(Ep. 148)
Hl. Augustinus, Bischof und Kirchenlehrer († 430)
Ich bin das Brot des Starken: wachse, genieße Mich! Doch nicht du wirst Mich umwandeln in dich, gleich leiblicher Nahrung; nein, du wirst umgewandelt in Mich (Conf. VII 10). Christus nahm vom Fleische Mariä Fleisch an; in diesem Fleische wandelte Er auf Erden; und eben dieses Fleisch gibt Er uns als Nahrung des Heiles (In Ps. 98, 5). Die Eucharistie ist unser tägliches Brot: wir sollen es aber so empfangen, daß es nicht nur Nahrung für den Leib, sondern auch für die Seele sei. Seine innere Kraft ist nämlich die Einheit: wir werden aufgenommen in Seinen Leib, werden seine Glieder und sind so das, was wir empfangen (Sermo 57, 7). O Geheimnis der Güte, o Zeichen der Einheit, o Band der Liebe! Wer nach Leben verlangt, findet hier, wo er lebe, findet hier, wovon er lebe. Er trete hinzu, er glaube, er lasse sich einverleiben, auf daß er mit Leben erfüllt werde (In Io. 26, 13). Ich wage zu sagen: Obgleich Gott allmächtig ist, konnte Er nichts Besseres geben; obgleich Er der Weiseste, wußte Er nichts Besseres zu geben, obgleich der Reichste, hatte Er nichts besseres zu geben, (Int. Apocr.)
Hl. Cyrill von Alexandrien, Bischof und Kirchenlehrer († 444)
Damit wir zur Einheit mit Gott und zur Einheit untereinander gelangen und miteinander verbunden werden – wenn wir uns auch durch Leib und Seele voneinander unterscheiden – hat der Eingeborene ein Mittel erdacht: jene nämlich, die an ihn glauben, segnet Er durch die geheimnisvolle Kommunion, und so werden sie durch Seinen einen Leib mit ihm selbst und untereinander ein Leib. (In Io. L. XI, c. II)
Hl. Leo der Große, Papst und Kirchenlehrer († 461)
Die Teilnahme am Leibe und Blute Christi will nichts anderes, als daß wir uns in das umwandeln, was wir empfangen. (Sermo 63)
Hl. Gregor der Große, Papst und Kirchenlehrer († 604)
Wir, die wir das Geheimnis des Todesleidens des Herrn feiern, müssen selber nachahmen, was wir da tun. Nur dann wird Christus in Wahrheit für uns Opfergabe sein vor Gott, wenn wir uns selbst zu einer Opfergabe machen. (Dial. IV, 59)
Hl. Paschasius Radbertus, Abt († 865)
Niemand möge Anstoß nehmen an diesem Leibe und Blute Christi, nämlich daran, daß im Sakramente wahres Fleisch und wahres Blut vorhanden ist; denn der Schöpfer hat es so gewollt. Und da Er es so gewollt hat, wenngleich unter der Gestalt des Brotes und des Weines, so muß man glauben, daß es durchaus so ist, und daß nach der Konsekration nichts anderes als Fleisch und Blut zugegen ist … ja, um mich noch wunderbarer auszudrücken, es ist ganz und gar kein anderes Fleisch zugegen, als jenes, das aus Maria geboren ward, am Kreuz gelitten hat und aus dem Grabe auferstanden ist. (De corp. et sang. Dom. c. I, n. 2.)
Hl. Anselm, Bischof und Kirchenlehrer († 1109)
Hange Ihm an, meine Seele; hange Ihm ungestüm an! Du aber, o guter, guter Herr, weise sie nicht zurück; sie ist krank vom Hunger nach Deiner Liebe. O erquicke sie! Deine Liebe möge sie sättigen; Deine Zärtlichkeit mache sie stark; Deine Minne erfülle sie. Ja, möge Deine Liebe mich ganz erfassen, mich ganz in Besitz nehmen; denn Du bis ja der Eine Gott mit dem Vater und dem Heiligen Geiste, gepriesen bis in die Ewigkeiten der Ewigkeit. Amen. (Betr. XI.)
Hl. Bernhard, Abt und Kirchenlehrer († 1153)
Eine doppelte Wirkung hat dieses Geheimnis [der Eucharistie] in uns: es mindert den Hang zur kleinen Sünde und nimmt die Zustimmung zur schweren Sünde. Wenn jemand von euch nicht so oft und nicht so heftig Regungen des Zornes, des Neides, der Sinnenlust oder der anderen Laster verspürt, so sage er Dank dem Leibe und dem Blute des Herrn, weil die Kraft des Sakramentes in ihm wirksam ist. (Sermo in coena Dom.)
Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer († 1274)
Der Nutzen dieses Sakramentes ist groß und allumfassend; denn da es das Sakrament des Opferleidens des Herrn ist, enthält es den geopferten Christus. Was immer die Frucht des Opferleidens des Herrn ist, ist daher auch ohne Einschränkung die Frucht dieses Sakramentes. (S. th. 3, q, 79, a. I.)
Hl. Bonaventura, Bischof und Kirchenlehrer († 1274)
Die Kirche [als der mystische Leib Christi] soll von nirgends Stärkung und Leben empfangen als nur von ihrem Haupte, so daß alle Glieder, das heißt die Gerechten, geeint und unter sich verbunden, in Christus, dem Haupte, mit Seinem Geist und Seiner Liebe genährt werden durch das Sakrament der Einheit und des Friedens. (De praepar. ad Missam c. I, 13.)
Hl. Albertus Magnus, Bischof und Kirchenlehrer († 1280)
Mit dieser Speise an der Gottesnatur Anteil gewinnen, heißt mit Hilfe der Gnade der Vollkommenheit Gottes verähnlicht werden. Die Gnade aber ist ein Erguß der Vollkommenheit Gottes in die Seele, wodurch sie Gott verähnlicht und so Ihm wohlgefällig sowie des ewigen Lebens würdig wird. Der Freigebigkeit Gottes genügt es also nicht, durch diese Speise unsern Verstand zu erleuchten, unsern Willen zu heilen, unser Gemüt zu erfreuen, den ganzen Menschen im Guten zu bestärken und ihn mit Seinem mystischen Leibe zu verbinden; noch mehr: sie mach ihn Gott ähnlich. Das ist der höchste Grad, der Überstrom der Freigebigkeit Gottes, wenn man den Nutzen für den Empfänger in Betracht zieht. Denn niemand kann das Geschöpf noch höher erheben, als daß es seinem Schöpfer verähnlicht werde, jetzt durch die Gnade, und dereinst durch die Glorie. (Serm. de SS. Sacram. V.)
„Einem Weinstocke gleich, bring ich süße duftende Früchte hervor; und meine Blüten tragen herrliche Edelfrucht“ (Ekkli. 24,23). Die Früchte des Weinstockes, nämlich der allerseligsten Jungfrau sind Traube und Wein, das ist Leib und Blut Christi. Der Edelwein, stammend von der Blüte des Weinstocks, ist Christi Blut, geboren aus der Jungfräulichkeit der Mutter. (ebd. XXVII.)
Hl. Gertrud die Große, Zisterziensernonne († 1302)
O süßer Gast meiner Seele, innigstgeliebter Jesus, wie wonnereiche Vereinigung mit Deinem Leibe gereiche mir heute zur Vergebung all meiner Sünden, zum Ersatz für all meine Nachlässigkeiten und zur Wiedergutmachung meines ganzen verlorenen Lebens. Sie sei mir ewiges Heil, Wiederherstellung der Seele und des Leibes, Entflammung der Liebe, Erneuerung der Tugend und ewiges Einsinken meines Lebens in Dich. (Geistl. Übungen I.)
Sel. Heinrich Seuse, Dominikaner († 1366)
Ein gelassener Mensch muß entbildet werden von der Kreatur, gebildet werden mit Christus und überbildet in der Gottheit. (Seuses Leben c. 49)
Du unergründliches Gut, das ja Himmelreich und Erdreich erfüllt, neige Dich heute gnädiglich zu mir und verschmähe nicht Deine arme Kreatur! Herr, bin ich Deiner nicht würdig, so bin ich Deiner doch bedürftig. … Ewige Weisheit, komm heute so kräftiglich in meine Seele, daß Du alle meine Feinde vertreibest, alle meine Gebrechen zerschmelzest und alle meine Sünden vergebest. Erleuchte mein Verständnis mit dem Lichte Deines wahren Glaubens, entbrenne meinen Willen mit Deiner süßen Minne, verkläre mein Gedächtnis mit Deiner fröhlichen Gegenwart und gib allen meinen Kräften Tugenden und Vollkommenheit. Bewahre mich bei meinem Tode, auf daß ich Dich offenbar genießen werde in ewiger Seligkeit. (Büchlein der Ewigen Weisheit, Ausgabe Nik. Heller, 23. Kap.)
Thomas von Kempen, Augustinerchorherr († 1471)
Gib Dich mir, das genügt; denn außer Dir gibt es keinen Trost (Nachfolge Christi IV, 3). Was Wunder, wenn ich durch Dich ganz Feuerbrand würde und so mich selber verzehrte! Du bist ja das immer lodernde, nie verlöschende Feuer, die Liebe, die die Herzen läutert und den Geist erleuchtet. (ebd. IV, 17)
Hl. Petrus Canisius, Kirchenlehrer († 1597)
Wie groß ist die Liebe Christi, die alle zu sich beruft: Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken! So bietet Er Sich dar und wünscht aus Liebe zu uns, die Lasten aller und jedes einzelnen zu tragen. Daher wirf mit großem Vertrauen deine Sünden in den Abgrund Seiner Liebe, und alsbald wirst du dich erleichtert fühlen.
(Medit. VI)
Olier, Priester, Stifter von St. Sulpice († 1657)
O Jesus, der Du das Leben bist in der Seele Mariä, komm und lebe auch in den Seelen Deiner Diener durch den Geist Deiner Heiligkeit, durch die Fülle Deiner Kraft, durch die Vollkommenheit Deiner Wege, durch die Echtheit Deiner Tugenden, durch die Vereinigung mit Deinen Geheimnissen. Siege über alle feindlichen Mächte durch Deinen Geist zur Ehre des Vaters.
Bossuet, Bischof († 1704)
Mein Heiland, als Du Mensch wurdest im Schoße der hl. Jungfrau nahmst Du nur das Fleisch eines einzelnen Menschen an; nun nimmst Du unser aller Fleisch an, auch das meinige [in der heiligen Kommunion]. Du eignest es Dir an, es ist Dein; Du willst es durch die Berührung, durch die Vereinigung mit dem Deinen wie das Deine machen: rein, heilig, makellos, unsterblich, verklärt. Ich soll das Gepräge Deiner Auferstehung erhalten, wofern ich den Mut habe, das Deines Todes anzunehmen. Komm, o komm, Fleisch meines Heilandes, glühende Kohle, reinige meine Lippen, entflamme mich mit der Liebe, die Dich dem Tode auslieferte. Komm, o Blut, vergossen durch die Liebe; fließ in mein Herz, Du Flammenstrom! O Heiland, das also ist Dein Leib, derselbe Leib, er von Wunden durchbohrt wurde. Ich vereinige mich mit all Deinen Wunden; durch sie entfloß all Dein Blut für mich, Du ermattest, Du stirbst, Du gehst hinüber; das ist Dein Hinübergang. Auch ich geh hinüber, sterbe mit Dir. Was ist mir die Welt? Nichts, gar nichts! Ich bin der Welt gekreuzigt und die Welt mir. (Betr. über das Evang. III, 23. Tag.)
Hl. Johannes Vianney, Pfarrer von Ars († 1859)
Es gibt nichts, was der Eucharistie an Größe gleichkäme! Stellt alle guten Werke der Welt einer guten Kommunion gegenüber, – das ist wie ein Staubkörnchen neben einem Gebirge.
Prosper Guéranger, Abt von Solesmes († 1875)
Ein Jahrhundert gewinnt oder verliert an Größe nach dem Maße der Verehrung, die es der göttlichen Eucharistie zollt. Das bezeugt die Geschichte. – Durch die Sünde zersprengt, findet die Menschheit im Blute des Lammes ihre verlorene Einheit wieder. – Heilige Kirche! Du unsere Mutter! Braut Christi! Wir werden dir folgen; denn du trägst den Schatz der Welt in dir. Kühner werden die Angriffe der Häresie, schmählicher die Lästerungen der undankbaren Söhne; aber leuchtender soll auch das Bekenntnis unseres Glaubens werden, inniger unsere Anbetung, glühender und lebendiger die Beweise unserer Liebe zur heiligen Hostie. (Kirchenjahr, 10. Bd.)
Alban Stolz, Volksschriftsteller († 1883)
Bedenke wohl: Auch der Heiland im heiligen Abendmahl ist ein Talent, das jetzt in dich gelegt worden, das kostbarste Talent im Himmel und auf Erden. Und darum ist auch die Rechenschaft sehr groß, ob du dieses Talent in dir nutzlos vergräbst oder ob du damit reichen Gewinn an Gottseligkeit, Tugend und guten Werken machst. (Der Mensch und sein Engel)
M. J. Scheeben, Dogmatiker († 1888)
Was für den Leib Speise und Trank, das ist für die Seele das Licht der Wahrheit und Herrlichkeit und der Glutstrom der Liebe; und bei Christus entspricht eben Sein menschliches Fleisch der Lichthülle der Herrlichkeit, womit Er in Seinem göttlichen Wesen bekleidet ist, Sein menschliches Blut dem Strome des Lebens und der Liebe, die aus Seinem göttlichen Herzen sprudelt. So werden wir denn durch den Genuß Seines Fleisches von dem Lichte der ewigen Wahrheit erleuchtet, von ihrer Herrlichkeit verklärt und umgestaltet; und in Seinem Blute ergießt sich der Strom ewigen Lebens und göttlicher Liebe in unsere Herzen. Durch die im Fleische des Herrn wohnende göttliche Kraft werden wir der Seele nach in das Bild Seiner göttlichen Herrlichkeit, dem Leibe nach in das Bild Seines eigenen verklärten Leibes umgestaltet, wie durch die in Seinem Blute fließende Kraft des Heiligen Geistes unsere Seele und unser Leib mit göttlichem, unvergänglichem Leben erfüllt wird. (Mysterien des Christentums § 74)
J. H. Newman, Kardinal († 1890)
Das heißt zu Christi kleiner Herde gehören: ganz durchlebt sein von Seiner Gegenwart als unserem Leben, unserer Kraft, unserem Verdienst, unserer Hoffnung, unserer Krone; auf unaussprechliche Weise Seine Glieder werden, Werkzeuge oder sichtbare Formen oder sakramentales Zeichen des Einen, Unsichtbaren, immer gegenwärtigen Sohnes Gottes, der in jedem von uns geheimnisvollerweise alle Handlungen Seines irdischen Lebens wiederholt; Geburt, Darstellung, Fasten, Versuchung, Kämpfe, Siege, Mühsale, Todeskampf, Leiden, Tod und Himmelfahrt. Er alles in allem, – wir so wenig Kraft in uns, so wenig Vorzug oder Verdienst wie das Wasser in der Taufe oder Brot und Wein in der Eucharistie; aber Kraft im Herrn und Macht in Seiner Macht. (Aus Przywara-Karrer: Newman, Christentum III)
Maurus Wolter, Erzabt († 1890)
Die heilige Eucharistie ist das Kompendium, der Inbegriff der übrigen Heilsmysterien. Menschwerdung, Geburt. Leiden, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt Jesu Christi – alle diese hehren Gotteswunder werden in ihr geheimnisvoll erneuert, feiern gleichsam ihre Besiegelung. Der durch ewige Zeugung in Gottesgestalt, durch zeitliche Empfängnis in Knechtsgestalt Geborene wird in Gestalt von Speise und Trank empfangen und geboren durch fortwährende wunderbare Wandlung. … Die Erde wird zum Kalvarienberg, jeder Tag zum Karfreitag, jeder Altar zum Kreuze. Zwischen Himmel und Erde schwebt unausgesetzt der Mittler, der Versöhner der Welt, Sich dem himmlischen Vater aufopfernd und alles an Sich ziehend. (Psallite sapienter. Ps. 110)
Klara Fey, Stifterin der Genossenschaft vom Armen Kinde Jesus († 1894)
Eine treffliche Art, dem Herrn für Sein Kommen und Bleiben zu danken, wäre es, wenn wir bei allem, was wir tun – es sei Gebet oder Berufsarbeit –, uns vorstellen, wir ständen gerade vom Kommuniontische auf, und uns dann bemühten, so zu beten und zu arbeiten, als ob wir eben erst den Herrn empfangen hätten. Ja, es ist wirklich so; der Herr, der diesen Morgen bei uns eingekehrt, ist Seiner Gottheit nach noch in unserem Herzen. («Pange lingua» S. 37)
Hl. Theresia vom Jesuskind, Karmelitin († 1897)
O Jesus, meine Liebe! Endlich fand ich meinen Beruf! Mein Beruf ist die Liebe. … Wie aber werde ich meine Liebe beweisen? … Wohlan, das kleine Kind wird Blumen streuen …, das heißt, ich will mir kein einziges kleines Opfer entgehen lassen, keinen Blick, kein Wort. Ich will die geringsten Handlungen benützen und sie aus Liebe vollbringen. Aus Liebe will ich leiden und mich selbst aus Liebe freuen. … Ich weiß, daß der geringste Akt reiner Liebe der Kirche, meiner Mutter, nützlicher ist als alle anderen Werke zusammengenommen. (Geschichte einer Seele Kap. II)
Contardo Ferrini, Professor († 1902)
O Jesus! Was kann ich Deinem und meinem Vater in diesen wonnevollen Augenblicken sagen? Ich will Ihm sagen, daß Er auf Seinen geliebten Sohn in mir schaue und um Seinetwillen mir verzeihen möge; daß Er mich durch Ihn heilige, in Ihm mich lieben möge. (Gebete und Gedanken, Hrsg. D. W. Mut)
Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit, Karmelitin († 1906)
Mein geliebter, aus Liebe gekreuzigter Christus, ich möchte Dich mit Ehre überhäufen, ich möchte Dich lieben. Aber ich fühle mein Unvermögen. Daher bitte ich Dich: kleide mich mit Dir selbst; laß meine Seele übereinstimmen mit allen Regungen Deiner Seele; überflute mich; durchdringe mich; tritt an meine Stelle, auf daß mein Leben nur noch sei ein Leuchten Deines Lebens. Komm in mich als Heiland, als Erlöser. O ewiges Wort, Gottes Wort, ich will mein Leben damit zubringen, Dir zu lauschen. Ich will ganz gelehrig sein, um alles von Dir zu lernen. Inmitten aller Nächte, aller Leere, alles Unvermögens will ich allzeit Dich festhalten und in Deinem gewaltigen Lichte weilen. Du, mein geliebtes Gestirn, nimm mich in Deinen Bann, damit ich nie mehr aus dem Bereich Deiner Strahlen mich entfernen kann.
Pius de Hemptinne, Benediktinermönch, († 1907)
Wenn auch das Menschenleben, in sich betrachtet, kaum mehr ist als der geringste Wassertropfen, so gewinnt es unendlichen Wert durch die Vereinigung mit dem Blute eines Gottes und vermag alsdann die göttliche Huld und Barmherzigkeit auf uns herabzuziehen. Das Geheimnis des Altares erfassen, ist der Anfang des wahren Lebens; vom Altare leben, heißt heilig sein, heißt Gott gefallen. (Anmutungen und Gedanken)
J. Langbehn, der «Rembrandtdeutsche» († 1907)
Wenn man das hochheilige Sakrament aus des geweihten Priesters Hand empfängt, so ist es, als ob man in einen Abgrund von Gnade, Liebe, Barmherzigkeit, Glück und Seligkeit schaut. Ist doch der ganze Himmel nur eine einzige heilige Kommunion! Und dieser Abgrund der Gottestiefe schützt gegen den Abgrund, der vor der Seele des Sünders gähnt. – Endlich habe ich, wie Christophorus, einen Herrn gefunden, dem ich dienen kann: Christus! Christi Sache ist meine Sache. Zu Christus möchte ich sein wie ein Morgenwölkchen zur aufgehenden Sonne. Nur in Jesus will ich leben. Für Jesus leiden ist meine Lust. Jesus folge ich durch dick und dünn. (Geist des Ganzen)
Columba Marmion, Abt von Maredsous († 1923)
Welch hehres Heiligtum ist die Seele im Augenblick der hl. Kommunion! Sie empfängt zunächst Christi Fleisch und Blut und damit zugleich die Gottheit des Wortes, die mit der Menschheit Christi unlöslich verbunden ist. Durch das Wort Gottes aber ist die Seele dem Vater und dem Heiligen Geiste vereint in der Unteilbarkeit ihrer göttlichen Natur. Es wohnt die heiligste Dreifaltigkeit in uns. Unsere Seele wird ein Himmel, in dem sich die geheimnisvollsten Wechselbeziehungen des allerheiligsten, innergöttlichen Lebens vollziehen. Wir können denn dem ewigen Vater Seinen göttlichen Sohn aufopfern, auf daß Er an Ihm von neuem Sein göttliches Wohlgefallen habe. Dieses ewige Wohlgefallen des Vaters aber können wir unserem Herrn Jesus Christus darbieten, damit sich in Seiner Seele jene unaussprechlichen Wonnen erneuern, die sie einst im Augenblick der Menschwerdung empfunden hat. Wir können auch den Heiligen Geist bitten, daß Er das Band der Liebe sein wolle, das uns mit dem Vater und dem Sohne verbinde. (Christus in seinen Geheimnissen)
M. Fidelis Weiß, Franziskanerin († 1923)
O Sakrament der Liebe, Du bist der mystische Magnet, der die Herzen anzieht und an Sich zieht mit göttlicher Kraft. O hochheiligstes Sakrament, o allerehrwürdigstes Sakrament, Du bist die Fessel der Liebe, die Du die Herzen mit Macht in Fesseln und Bande, in Bande der Liebe schlägst, die der Seele das Merkmal, das Siegel der Innerlichkeit aufdrückt. Du, o Sakrament der Liebe, Du allein bist das Lebensprinzip der innerlichen Seele, Du der Lebenssaft, der dem Innenleben Wachstum, Gesundheit und Vollkraft verleiht. (Aszet. Abhandlungen III)
Matt Talbot, Arbeiter († 1925)
Wahrer Adel stammt einzig vom Blute des Gottessohnes.
Prohaszka, Bischof († 1927)
Wir sollen durch den Eifer unseres ganzen Lebens, den wir aus dem Genuß des allerheiligsten Sakramentes schöpfen, lebendige Beweise für die Göttlichkeit der Eucharistie darstellen. Wir sollen durch dieselbe umgewandelt werden. (Betr. über das Evang. III)
Quelle: Anselm Schott O.S.B., Das Meßbuch der heiligen Kirche. Mit liturgischen Erklärungen und kurzen Lebensbeschreibungen der Heiligen, Freiburg i. Br. 1953. – Imprimatur