
Labyrinth in der Kathedrale von Chartres
Jeder Mensch kann Problemen begegnen, aber das Wichtige dabei ist, wie man mit ihnen fertig wird und eine Lösung findet. Manche suchen eine gewalttätige Lösung des Problems, ob mit materieller Gewalt oder Gewalt mit Worten und Taten, indem sie erbost zu jemandem sprechen, der ein Problem verursacht hat, indem sie Gewalt anwenden und laut werden; mit Leuten in Streit zu geraten, kann zum Verlust von Freundschaft und Liebe führen.
Ein anderer wird vielleicht ein Problem lösen, indem er seine Autorität benutzt, Anweisungen gibt und Verbote ausspricht. Solch ein Verhalten findet sich zwischen einem Vater und seinen Kindern, einem Ehemann und seiner Frau oder einem Arbeitgeber und seinen Beschäftigten.
Es ist leicht, Autorität zu benutzen; sie kostet nichts. Doch die Reaktionen auf Autorität können am Ende wieder zu Gewalt führen. Autorität kann dazu führen, daß man sich gegen die Autorität auflehnt; oder wenn das Problem an der Oberfläche gelöst wird, bleibt es zumindest im Herzen selbst, in den Gefühlen und zwischenmenschlichen Beziehungen weiter bestehen.
Einige neigen dazu, den Problemen auszuweichen und sehen darin die Lösung. Sie stellen sich dem Problem nicht, sondern versuchen, es vor sich herzuschieben, das Problem fernzuhalten oder ihm auszuweichen. Das ist keine Lösung. Das Problem wird nach einiger Zeit wiederkommen, den Menschen beunruhigen und weiter ungelöst im Raum stehen.
Andere versuchen ein Problem zu lösen, indem sie es ignorieren. Man kann sich einreden, es gäbe kein Problem. Man verschließt die Augen und denkt, man würde das Problem nicht mehr sehen und ihm dadurch entgehen. Das Problem wird aber nichtsdestoweniger da sein, nur daß man nicht mehr davon spricht, daran denkt oder sich mit ihm beschäftigt.
Aber für jedes Problem gibt es verschiedene Lösungen durch angemessenes und ruhiges Nachdenken und durch Weisheit, so wie König Salomo im allgemeinen die Probleme löste, die sich ihm stellten und denen er gegenüberstand. Ein Problem kann durch Gebet gelöst werden, indem man es Gott darlegt, manchmal auch durch Fasten und Messen, wie es die Heiligen zu tun pflegten. Obwohl manche Probleme eine schnelle Entscheidung brauchen, so sollten doch andere wiederum durch Geduld und Ausdauer gelöst werden.
Es ist nicht richtig, ein Problem zu lösen, indem man ein anderes schafft. Ebensowenig ist es angemessen, ein Problem zu lösen, indem man jemandem Unrecht tut oder ungeistliche Mittel verwendet, so wie manche ihre Probleme mit Lügen oder listigen Wegen angehen, Umwege wählen oder Tricks und Täuschung von Menschen anwenden.
Quelle: Worte zum geistigen Gewinn , Teil 1, von S. H. Papst Schenuda III., Abbassia Kairo-Ägypten 1993, S. 23 f.
Alles Gute zum heutigen Blog-Namenstag!
Herzlichen Dank!