Liebe Blogleser,
in seinem Kommentar schreibt ein Leser mit dem Nickname “Muslim“:
im Islam gibte es keine Widersprüche.
Das ist ja das Problem bis Heute hat kein einziger Mensch im
Islam Widersprüche gefunde.Das was Sie sagen ist eine Lüge.
Viele Nichtmuslim versuchen Widersprüche zufinden.
Wenn es doch welche geben solte dann schick sie mir.
In der Bibel dagegen ,findet man andauernt Widersprüche.
In meiner Antwort habe ich auf einen Artikel von answering-islam.org verwiesen, wo eine Liste von mehr als 150 Widersprüchen aufgestellt ist:
Für ein Buch, das beansprucht, das ewige Wort Gottes zu sein, sind wenigstens folgende Tatsachen merkwürdig: 1. seine Änderungen; 2. seine Auslassungen; 3. seine unterschiedlichen Lesarten; 4. seine Interpretation; 5. seine inneren und äußeren Widersprüche.
Zu 1. Seine Änderungen:
* Einzelne Koranaussagen wurden nach ihrer Offenbarung wieder geändert. D.h. daß auf einen Koranvers ein anderer folgte, der die erste Anweisung änderte oder relativierte. Die erste Offenbarung war offensichtlich nur zeitlich begrenzt gültig.
* Diese unterschiedlichen Aussagen, die durchaus als sich widersprechende Aussagen gedeutet werden können, wurden als “überarbeitetes Wort Allahs” verstanden.
* Einige dieser veränderten Koranaussagen sind im heutigen Korantext in der alten und der neuen Fassung noch erhalten. Einige Beispiele für veränderte Anweisungen seien genannt:
1. Die Quibla (Gebetsrichtung) von Jerusalem nach Mekka (Sure 2,142-150)
2. Die Teilung des Erbes, das von Eltern oder Verwandten zurückgelassen wird, soll gemäß Sure 4,8 gleichmäßig erfolgen, was aber durch Vers 12 abgeändert wurde, wo befohlen wird, daß Männer den doppelten Anteil von Frauen erhalten sollen.
3. Das Nachtgebet sollte ursprünglich mindestens die halbe Nacht beanspruchen, eigentlich sogar den “größten Teil der Nacht” (Sure 73, 1-4). Während des Gebets ist der Koran zu rezitieren. Allah selbst sah in dieser Anweisung eine schwere Last. Doch dieses Gebot wurde durch Vers 21 sogleich relativiert: “daher rezitiert aus dem Koran, wie es euch leicht und möglich ist”. D.h. jeder kann nach eigenem Ermessen die Gebetszeit bestimmen.
4. Bei Frauen, die etwas Abscheuliches begehen (z.B. Ehebruch), war ein lebenslänglicher Hausarrest vorgesehen (Sure 4,16), wenn vier Männer den Fehltritt bezeugen können. Nur Allah konnte diesen Hausarrest wieder aufheben. Diese Strafe wurde aber später in eine Strafe von 100 Peitschenhieben abgeändert (Sure 24,2).
* Mohammed mußte selbst immer solange bis zum Vortragen der “Offenbarung” warten, bis er gewiß sein konnte, die endgültige Offenbarung erhalten zu haben.
* Der Koran selbst nennt drei Gründe für die spätere Abänderung des ursprünglich geoffenbarten Textes.
1. Mohammed vergaß etwas (nach Allahs Wille) (Sure 87,6-7).
2. Der Satan schob Mohammed eine falsche Offenbarung unter (Sure 22,52).
3. Allah selbst tauschte Passagen gegen bessere Offenbarungen aus (Sure 16,101.106).
* Sure 2,106 spricht ganz offen die Tatsache eines nach der ersten Offenbarung veränderten Korantextes an: “Wenn wir einen Vers austilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir dafür einen besseren oder einen, der ihm gleich ist. Weißt du denn nicht, daß Allah zu allem die Macht hat?”
* Zur rechten Deutung der Suren ist deshalb ihre Datierung von Bedeutung, da im Fall eines Widerspruches der Grundsatz gilt, daß der jüngere Text den älteren aufhebt. (Manchmal geschieht das aber sogar innerhalb ein und derselben Sure.)
Zu 2. Seine Auslassungen:
* Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Zaid-ibnThäbith damit beauftragt, den Koran zusammenzutragen und ihn aufzuschreiben (Mishkat’ul Masabih [gesammelt von al-Baghawi und mit Kommentar versehen von Al-Haj Maulana Fazlul Karim]). Es wird bezeugt, daß zumindest drei Offenbarungen weggelassen wurden.
* 1. Auslassung
o Eine von ihnen wurde nach Aussage von Mohammeds Frau, Aischa, mit der er bis zu seinem Tode zusammenwohnte, während seiner Krankheitsperiode oder in der Aufregung über seinen Tod unter dem Bett Mohammeds aufbewahrt; aber sie wurde von einem Haustier aufgefressen.
* 2. Auslassung
o Nach Aussage des Biographen und Hadith-Sammlers Muslim (S. 501) sagte Abu Musa al Ashari zu 300 Rezitatoren des Korans in Basra:
+ »Wir rezitierten gewöhnlich eine Sure, die nach Länge und Heftigkeit der Sure Barä-at (Sure 9) ähnelte. Ich habe sie jedoch vergessen – mit Ausnahme dieser Stelle, an die ich mich erinnern kann: >Wenn es für den Sohn Adams zwei Täler voller Reichtümer gegeben hätte, dann hätte er nach einem dritten Tal Verlangen gehabt, und nichts würde den Magen des Sohnes Adams füllen außer Staub.< Und wir zitierten gewöhnlich eine Sure, welche eher den Suren von Musabbihat glich, und ich habe sie vergessen, aber ich erinnere mich nur an folgenden Teil: >O ihr Gläubigen, warum sagt ihr, was ihr selbst nicht tut<, und >das ist euch in den Nacken geschrieben, als ein Zeugnis (gegen euch) und ihr werdet am Tage der Auferstehung darüber Rechenschaft geben müssen<.« o Das letzte Zitat kann aus Sure 61,3 und 17,14 stammen, aber das erste, das die gleiche Länge wie Sure 9 (129 Verse) haben soll, fehlt im Koran.
* 3. Auslassung
o Eine andere Überlieferung stellt fest (»Sahih Muslim« S. 912 , Mishkat II, und andere): + »Umar sagte: >Wahrlich, Allah sandte Mohammed in Wahrheit und offenbarte ihm das Buch. In den Versen offenbarte der allmächtige Allah den Vers über die Steinigung zu Tode. Der Bote Allahs steinigte zu Tode (Muslim) und nach ihm steinigten auch wir zu Tode. Und in dem BUCH GOTTES ist die Steinigung zu Tode eine Wahrheit für solche, die Ehebruch begehen.< Der Vers lautete so: >Der alte Mann und die alte Frau, wenn sie Ehebruch begangen haben, steinigten sie beide gewiß zu Tode.<«
o Dieser Abschnitt fehlt ebenfalls im Koran.
* Die Behauptung, daß der Koran vollständig ist, läßt sich somit nicht aufrechterhalten und folglich auch nicht die Behauptung, daß der Koran, wie er heute ist, eine exakte Kopie des himmlischen Originals sei.
Zu 3. Seine unterschiedlichen Lesarten:
# Unterschiedliche Lesarten waren schon während der Zeit Mohammeds durchaus üblich.
# Unterschiedliche Lesarten nehmen für sich in Anspruch, vom Propheten selbst zu stammen, obgleich sie von seinen Gefährten weitergegeben wurden.
* »Ein Mensch zitierte in der Gegenwart von Umär, der ihn korrigierte. Der Mann, erzürnt, behauptete, er habe schon für den Propheten zitiert und der habe ihn nicht verbessert. Sie brachten ihren Streit vor Mohammed. Als der Prophet die Behauptung des Mannes bestätigte, daß Mohammed ihn selber gelehrt habe, kamen Zweifel in Umärs Sinn. Als der Prophet Umärs Ausdruck wahrnahm, schlug er ihm auf die Brust und rief aus: >Raus, Teufel!< Mohammed erklärte dann: >Alle Arten des Zitierens sind richtig, solange man nicht eine Darlegung über Barmherzigkeit in eine über Zorn verdreht und umgekehrt!« (Tafsir von Tabari)
* »Abdulläh berichtet: >Wir waren unterschiedlicher Meinung über eine Sure, ob sie aus 35 oder 36 Versen bestand. Deshalb gingen wir zum Propheten, der gerade im Gespräch mit Ali war. Als wir ihm sagten, daß wir uns über den Text nicht einig waren, wurde sein Gesicht rot und er erwiderte: >Die vor euch waren, gingen an ihren Meinungsunterschieden zugrunde.< Er flüsterte Ali etwas zu, der dann sagte: >Der Prophet befiehlt euch, so zu zitieren, wie ihr gelehrt worden seid.<« (Tafsir von Tabari).
* »Ein Mann beschwerte sich beim Propheten: >Abdullah lehrte mich, eine bestimmte Sure im Koran zu zitieren. Zaid lehrte mich dieselbe Sure und ebenso Ubayy. Alle drei sind unterschiedlich. Wessen Lesart soll ich nun annehmen?< Der Prophet schwieg dazu. Ali, der neben ihm stand, erwiderte: >Jeder Mensch sollte so rezitieren, wie er es gelernt hat. Jede Lesart ist annehmbar und gültig.<«
* Umar sagte: »Ich hörte Hisäm b. Hukaim die Sure al Furqan zitieren und hörte ihm zu. Als ich merkte, daß er viele Textstellen anders, als sie mir vom Propheten gelehrt worden waren, las, stürzte ich mich fast auf ihn, als er betete, doch ich wartete dann geduldig, bis er fertig war. Dann packte ich ihn am Kragen und fragte: >Wer hat dich gelehrt, diese Sure zu zitieren?< Er behauptete, daß der Prophet ihn gelehrt habe. Ich sagte: >Bei Gott, du lügst!< Ich zerrte ihn zum Propheten und erzählte ihm, daß ich mitangehört habe, wie Hisäm viele Textstellen anders zitiert habe, als er mich gelehrt habe. Der Prophet sagte: >Laß ihn los! Zitiere, Hisäm!< Er zitierte die Textstellen, die ich schon von ihm gehört hatte. Der Prophet sagte: >Das ist so, wie es offenbart wurde!< Er sagte dann: >Zitiere du, Umar< und ich zitierte so, wie er mich gelehrt hatte. Er sagte: >Das ist richtig. So wurde es offenbart. Dieser Koran wurde in sieben Formen offenbart, deshalb zitiere so, wie es am einfachsten ist!<« (Tafsir von Tabari; Mishkat).
# Folglich:
* Der Wortlaut des Korans ist nicht entscheidend.
* Die Bedeutung eines Textes ist ausschlaggebend.
* Alle Lesarten sind offenbar richtig.
* Alle Lesarten stammen aus den Tagen Mohammeds.
* Bereits Mohammed wußte um die unterschiedlichen Lesarten, und er billigte sie.
Zu 4. Seine Interpretation:
* Zur rechten Deutung des Koran werden vielfach die “Ahadith” herangezogen (=Überlieferungen der Taten Mohammeds)
* In der Lebenspraxis spielen die Ahadith oft eine größere Rolle als der Koran selbst.
(Quelle: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/is04_koran.html)
Zu 5. Widersprüche:
Was das Verhältnis der Muslime zum Koran angeht, so ist auf folgendes hinzuweisen:
# Jede Korankritik ist verboten.
# Muslime glauben, daß der Koran die identisch Kopie des himmlischen Originals ist, bis hin zu den Satzzeichen, Überschriften und Einteilung der Suren.
# Alle Teile früherer “Bücher” (= das Alte und Neue Testament), die nicht mit dem Inhalt des Koran übereinstimmen, werden als Verfälschung des ursprünglichen Bücher angesehen, da sie sonst notwendigerweise in ihren Aussagen mit dem Koran identisch wären.
# Der Koran ist nach muslimischer Auffassung göttlichen Ursprungs, weil:
1. … Mohammed sagt, daß es so sei;
2. … das Original in der arabischen Sprache hohe literarische Qualität besitzt
# Muslime glauben: “Der Koran ist das größte Wunder unter den Wundern.”
Folgende kritische Fragen und Anmerkungen zum Koran sind aus christlicher Sicht zu machen:
* Als Christen müssen wir dem islamischen Koranverständnis folgendes entgegenhalten:
* 1. Wenn der Koran eine seit Ewigkeit bestehende, göttliche Offenbarung ist, dann müssen Moslems die offensichtlich menschlichen Spuren in ihm erklären. Große Teile des Korans sind ausgefüllt mit den persönlichen und politischen Angelegenheiten eines Mannes und einer Nation zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte.
* 2. Die Beglaubigung einer Offenbarung durch nur einen Zeugen, ohne objektive, göttliche Beweise wie z. B. Prophetie, ist unannehmbar.
* 3. Wenn der Koran göttlichen Ursprungs wäre, brauchten die Moslems keine kritische Analyse seines Inhalts zu fürchten.
* 4. Wo zwei Bücher (die Bibel und der Koran) für sich in Anspruch nehmen, endgültig, einzigartig, vollständig und universal in ihrer Botschaft zu sein, dabei aber in ihren Lehren einander stark widersprechen, können nur prüfbare, objektive Indizien, Belege oder Beweise deutlich machen, welches von beiden göttlich inspiriert ist.
* 5. Wenn die Botschaft die Offenbarung Gottes ist, dann darf sie im Originaltext keinen Irrtum und keinen Widerspruch enthalten. Vom Koran wird behauptet, daß er von Anfang an unverändert ist, und doch enthält es sowohl Irrtümer als auch Widersprüche.
* 6. Auch seine literarische Überlegenheit anderen zeitgenössischen Schriften gegenüber ist in sich selbst kein Beweis, wie wir ja schon bemerkt haben, abgesehen davon, daß diese Aussage anfechtbar ist.
* 7. Die Unterscheidungs- und Vokalzeichen der arabischen Sprache wurden erst eingeführt, nachdem der Koran schon weit verbreitet war. Solche Zeichen können die Bedeutung der Worte verändern. Als sie eingeführt wurden, gab es heftige Diskussionen um viele dieser Bedeutungen.
* 8. Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Said Ibn Thabit beauftragt, den Koran zusammenzutragen und niederzuschreiben (Miskhat Masebih). Es ist belegt, daß einige “Offenbarungen” ausgelassen worden sind, während andere Aussagen, die bezeugterweise nicht von Mohammed kamen, von ihm als “Offenbarungen” eingesetzt worden sind.
* 9. Der Koran kann nach Auffassung der meisten Gelehrten nicht ohne die Überlieferung (Ahadith) ihres Propheten Mohammed interpretiert werden, dessen Leben als Auslegung des Korans gilt. Die Ahadith zeichnen uns kein vollständiges, genaues Bild von Mohammed, da ja diese Überlieferungen erst drei Jahrhunderte später gesammelt und aufgezeichnet wurden. Ihre Auswahl (nur 7 Prozent aller Überlieferungen wurden von al-Bukhari ausgewählt) war wiederum völlig vom Urteil eines einzigen Menschen abhängig.
* 10. Die Behauptung, daß es in den koranischen Manuskripten keinerlei Abweichungen gibt, kann nur beurteilt werden, wenn man bedenkt, daß der dritte Kalif, Othman, die Zerstörung aller Manuskripte befahl, die außer seines revidierten Textes vorhanden waren. Darunter fielen u. a. die vier Versionen des Hijasi, Kufischen, Basranischen und Syrischen Textes.
(Quelle: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/is04_koran.html)
Über die Abrogation im Qur’an äußert sich Vater Zakaria Butros in diesen Videos: